Bierdzany (Bierdzan)

Das Dorf im nördlichen Gemeindeteil liegt auf einer großen Wiese inmitten von Kiefernwäldern. Hier entlang verläuft die Straße Opole – Kluczbork. Der Ort wurde auf einer nicht großen Erhebung erbaut und hat vermutlich vom Wort bardo, was Anhöhe, Erhebung, Hügel bedeutet, seinen Namen. Das Dorf kann sich in der Gemeinde mit der ältesten dokumentierten Geschichte rühmen, da der erste Vermerk in historischen Dokumenten von 1279 ist. Seinerzeit war in dem nach deutschen Recht gegründeten Dorf ein gewisser Burkado de Birdzan der Dorfvorsteher. In den Jahren 1571-1704 gehörte das Landgut Bierdzany dem hervorragenden schlesischen Geschlecht Dubrwka an, danach den Blakowskis und kurz darauf dem über Turawa herrschenden Martin von Löwenckron. Zusammen mit dem Landgut Turawa wurde Bierdzany ein Teil der Besitztümer der von Garniers (bis 1945). Im Januar 1945 wurde in der Gegend von Bierdzany heftig gekämpft.

Die Russen brannten den Palast der von Garniers samt Vorwerk nieder, welcher nicht mehr aufgebaut wurde. Auch viele Wohnhäuser wurden zerstört. Mit Glück blieb die denkmalträchtige Holzkirche der Hl. Hedwig von Schlesien vor dem Kriegsbrand erhalten, welche man 1711 anstelle einer älteren Kirche, die bereits 1410 erwähnt wurde, errichtete. Die auf einer kleinen Erhebung zwischen Bäumen erbaute Kirche präsentiert sich von Norden her vom Ufer eines nicht großen Teiches schön. In Blockbaukonstruktion errichtet hat sie einen schlanken, säulenartigen Turm mit einem überhängenden Gang und einem bauchigen Helmdach. Über den Dachfirst oberhalb der Kreuzung der Schiffe steigt der nicht große Dachreiter empor, ebenfalls mit einem Helmdach bedeckt.

Die Kirche hebt sich durch ihre wunderbaren Proportionen sowie das Schindeldach hervor, was ihrer Silhouette einen besonderen Reiz verleiht. Kostbare Kunstschätze beherbergt das Innere des Gotteshauses. Der Hauptaltar ist barock und besitzt im Zentrum ein Abbild der Kirchenpatronin. Ebenfalls interessant ist der Seitenaltar von 1718 im nördlichen Teil des Seitenschiffes. Eine ungewöhnliche Entdeckung waren die während der Restaurierung 1961 gefundenen, sehr kostbaren, barocken Polychromien aus der Bauzeit der Kirche. Auf ihnen wurden Bibelszenen dargestellt. Man sieht auch das suggestive Bildnis des Todes, „Bierdzańska Śmierć” („Tod von Bierdzany”) genannt.

Multimedia